15.10.2020 14:36

Gardestiefel zur fünften Jahreszeit

Zu jeder Faschings- oder Karnevalsveranstaltung gehört ein Gardetanz. Und zu jedem Gardetanz gehören selbstverständlich Gardestiefel!

Garden waren/sind besondere militärische Gruppen, die im Wachdienst oder zur Eh-renwache eingesetzt werden. Diese Garde marschieren und patrouillieren, in voller Uniform, in Formationen und mit festgelegten Schrittfolgen.

Abgeleitet daraus wurde in den 1920er/1930er Jahren der Gardetanz. Damals wurde er von Tanzgruppen in Revuetheatern aufgeführt.
Später haben dann die Karnevalsvereine diesen Tanz für sich entdeckt. Anfangs gab es nur Frauengarden, heute gibt es auch Männer-, Kinder- und Bambinigarden.

Der Höhepunkt einer jeden Karnevalsveranstaltung ist jedoch der Auftritt des Funkenmariechens!

Ob die Geschichte der Gardestiefel so alt ist, wie der Gardetanz selbst, kann heute nicht mit Gewissheit gesagt werden. Sicher ist jedoch, dass -aufgrund der hohen Anforderungen an Bauart und Qualität- die Gardestiefel sehr schnell nachgefragt und produziert wurden.
Form und Design gleichen sich hierbei stark den Uniformen der namensgebenden Garden an und sind einfach und schlicht.

Im Gardetanz -der heute übrigens sogar auf Tanzturnieren Einzug gehalten hat- gibt es 3 unterschiedliche Stilrichtungen:

Der Marschtanz wird von Gruppen aufgeführt. Unterschiedliche Schrittfolgen, mal im Kreis, mal im Karrée, werden um akrobatische Komponenten, wie z.B. Spagat, Bein-schwünge, Überwürfe, etc. ergänzt.

Der Mariechentanz ist meist auch ein Paartanz, denn gutgelaunt springt und hüpft das Mariechen über die Bühne, zeigt akrobatische Höchstleistungen und -zusammen mit dem Partner- schwierigste Hebefiguren.

Und der Schautanz schließlich ist eine Mischung aus Musical, Schauspiel und Gar-detanz. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Die Tanzgruppe kreiert nach ei-nem eigenen freien Thema, mit passender Musik, phantasievolle Kostüme und er-stellt eine eigene mitreißende Choreographie.

Aber egal welche Art von Gardetanz – die richtigen Gardestiefel müssen sein!
Alle guten Gardestiefel haben gemein, dass sie aus weichem Leder sind sowie ein bequemes Fußbett und feste Hinterkappen (analog Schlittschuhen) haben.
Denn die Tänzerin braucht einen stabilen Halt, wenn sie in ihren Gardestiefeln über die Bühne tobt. Und damit z.B. der eingesprungene Spagat nicht ganz so schmerz-haft ist, werden alle Gardestiefel ohne Fersennaht hergestellt.

Je nach Art des ausgeführten Gardetanzes haben die Gardestiefel unterschiedliche Sohlen.
Da gibt es Gardestiefel mit Gummisohlen, damit man, z.B. beim Marschieren, nicht so sehr rutscht.
Oder Gardestiefel mit Rauledersohlen, um bei Tänzen mit vielen Drehungen leichter ins Rutschen zu kommen.
Und zu guter Letzt gibt es Gardestiefel mit durchgehenden, aber auch mit geteilten Sohlen, mit langem oder mit kurzem Schaft.

Es gibt also viele wichtige Dinge, die die Tänzerin bei der Auswahl ihrer Gardestiefel berücksichtigen muss. Je nach Gusto kann außerdem noch zwischen geschnürrten Stiefeln oder solchen mit Reißverschluss gewählt werden. Ebenso die Höhe der Ab-sätze bleibt der Tänzerin überlassen.

Die Gardeherren haben es bei der Auswahl ihres Schuhwerks deutlich einfacher, denn sie können zur Not ihre Straßenschuhe anziehen. Sie sollten schlicht, bequem und trotzdem stabil sein.

Hier geht es zur den Gardestiefel